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10.06.2017   |   Abrechnung

Abrechnung von Impfungen

Frage 1: In unserem KV-Bereich wurde dieses Jahr erneut der Grippeimpfstoff Xanaflu durch Ausschreibung zugelassen. Einige unserer Patienten bevorzugen, durch verschiedene Medien aufmerksam geworden, den Impfstoff Influsplit Tetra. Der darf aber bei GKV-Patienten nur auf Privatrezept verordnet werden.

Nun meine Frage: Dürfen wir die mit Influsplit Tetra durchgeführte Impfung mit den Impfziffern 89111 bzw. 89112 abrechnen? Oder handelt es sich in diesem Fall um eine Privatleistung? Eine Einzeldosis Influsplit Tetra kostet ca. 23 Euro, eine 10er-Packung 131,09 Euro. Besteht die Möglichkeit, zwei oder drei 10er- Packungen für unsere Praxis zu organisieren und sie unseren Patienten dadurch wesentlich günstiger anzubieten? Ist diese Vorgehensweise erlaubt?

Antwort: Bei der von Ihnen beschriebenen Impfung handelt es sich um eine IGeL, die von den Patienten privat bezahlt werden muss. Damit können Sie bei den Sachkosten so vorgehen, wie es in der Privatabrechnung üblich ist: Sie können preisgünstigere Großpackungen des Impfstoffes kaufen, die Kosten für die einzelne Dosis ausrechnen und diesen Betrag als Sachkosten auf die Rechnung setzen.

Frage 2: Darf im Rahmen einer Reiseberatung die Ziffer 1 neben der GOÄ-Nr. 375 plus Kosten für den Impfstoff abgerechnet werden?

Antwort: Ja, bei einer reisemedizinischen Beratung darf die Nr. 1 neben der Nr. 375 abgerechnet werden (nicht aber neben der Nr. 377!). Die Sachkosten für Impfstoffe werden wie immer in der Privatabrechnung in der tatsächlichen Höhe auf die Rechnung gesetzt. Vergessen Sie daneben nicht die Untersuchungsleistung, die zum Ausschluss einer die Impfung kontraindizierenden Erkrankung durchgeführt werden muss.

Frage 3: Manche Privatversicherungen verlangen Kopien von Rechnungen, wenn wir Impfstoffe als Sachkosten auf die Rechnung setzen. Warum ist das so?

Antwort: Wenn eine einzelne Sachkostenposition (Impfstoff) den Betrag von 25,56 Euro überschreitet, muss nach Paragraph 12 GOÄ eine Kopie der Rechnung über den Kauf des Impfstoffes beigefügt werden.

Frage 4: Muss man bei IGeL-Rechnungen auch den Ausschluss der Nr. 377 mit der Nr. 1 beachten?

Antwort: Ja. Bei allen Rechnungen auf Grundlage der GOÄ müssen die „Spielregeln“ beachtet werden.

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