arztpraxis.com

05.04.2017   |   Abrechnung

Abrechnung: Leserfragen zur Abrechnung von Verbänden nach GOÄ

Frage 1: Wie berechne ich die Sachkosten beim Tapen richtig? Wir brauchen da keine ganze Rolle. Muss ich das dann wirklich ausrechnen oder kann man bei kleineren Verbrauchsmaterialien die Sachkosten aus der UV-GOÄ ansetzen?

Antwort: Lediglich zum Verband nach GOÄ-Nr. 200 kann ggf. aus der UV-GOÄ der Pauschalbetrag von 1,28 Euro übernommen werden. Grundsätzlich aber muss man die genauen Sachkosten ausrechnen, die für den jeweiligen Patienten tatsächlich benötigt werden.

Sie nehmen dazu die Kosten für das zu verwendende Material – z. B. Verbandmaterial oder 1 Rolle Tapeverband – und teilen diese Kosten durch die Anzahl der Patienten, die Sie damit behandeln können. Dann haben Sie die tatsächlichen genauen Kosten, die Sie rechtskonform anschreiben dürfen. In der Regel muss das nur einmal ausgerechnet werden.

Am besten tragen Sie die Sachkosten anschließend in eine Praxisliste ein, dann müssen Sie nicht bei jedem Tapen neu rechnen.

Frage 2: Ich beschäftige mich gerade mit den Sachkosten für Verbandsmaterialien der GOÄ, weil unsere Praxis da ein wenig nachlässig ist. Mein Mann führt eine Hausarztpraxis für Allgemeinmedizin und macht häufig chirurgische Wundversorgungen. Die Kosten für Schaum- und Kompressionsverbände oder größere Materialien werden in Rechnung gestellt, aber die kleineren Verbandsmaterialien gehen komplett unter.

Nun meine Fragen:

Welche Sachkosten kann ich in Rechnung stellen? In § 10 GOÄ werden ja die nicht berechnungsfähigen Kleinmaterialien aufgeführt, aber was ist mit Fixomull bei größeren Flächen, oder Mullbinden?

Ich habe nun schon öfter gelesen, dass viele Hausarztpraxen die 1,28 Euro für Verbände vom UV-GOÄ übernehmen. Kann man das machen, obwohl die Verbände fast alle zu Kleinmaterialien zählen? Und wenn ich das tue, geht das dann auch für die Wundversorgungsziffern nach den GOÄ-Nrn. 2000-2005, wenn die Wunde nur mit Kompresse, Fixomull oder einem Pflaster versorgt wird? Oder sind die Verbandmaterialkosten in der Ziffer 200 enthalten?

Antwort: Bei der Abrechnung der GOÄ-Nr. 200 können Sie als Sachkosten die 1,28 Euro aus der UV-GOÄ übernehmen. Handelt es sich um aufwendigere Verbände, die mehr Material erfordern, dann müssen Sie die konkreten Sachkosten ausrechnen und auf die Rechnung schreiben, denn die Verbandkosten sind nicht in der Nr. 200 enthalten.

Sie müssen natürlich sicherstellen, dass diese Materialien für den privaten Sprechstundenbedarf dann auch tatsächlich gekauft werden. Natürlich können Sie auch zur Wundversorgung die anfallenden Kosten in Rechnung stellen. Führen Sie beispielsweise ein Débridement durch, benötigen Sie ein Skalpell und anderes Material (sterile Tücher), das Sie entsprechend § 10 GOÄ als Sachkosten in Rechnung stellen können.

Frage 3: Wir haben einen Patienten mit einer Brandwunde. Kann ich dann bei der Erstversorgung der Wunde die GOÄ-Nr. 2003 + Sachkosten Verband und bei den weiteren Verbandswechseln die GOÄ-Nrn. 2006 + 200 abrechnen?

Antwort: Ja, das ist vollkommen richtig. Die Erstversorgung wird mit der besser honorierten GOÄ-Nr. 2003 abgerechnet, der Verband kann dann erst zur Nr. 2006 abgerechnet werden.

Wollen Sie immer aktuell informiert sein? Dann klicken Sie hier für mehr Informationen: "Arztpraxis - Abrechnung - GOÄ und EBM sicher und vollständig abrechnen".


Diesen Artikel empfehlen:
© arztpraxis.com    |   entwickelt von: L.N. Schaffrath DigitalMedien GmbH