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30.10.2014   |   Abrechnung

Aus ABRECHNUNG EXAKT: Wie sie die Darmkrebsvorsorge perfekt abrechnen

Bereits die Beratung Ihres Patienten zur Darmkrebsvorsorge ist abrechenbar: Für die Beratung Ihrer Patienten über die Motivation zur Teilnahme an der Darmkrebs-Früherkennung können Sie einmal im Leben der Patienten ab dem 50. Geburtstag die GOP 01740 (290 Punkte) abrechnen.

Entschließt sich der Patient daraufhin, die Früherkennung in Anspruch zu nehmen, stehen zwei Untersuchungsmethoden und damit zwei Abrechnungsziffern zur Wahl:

So rechnen Sie den Schnelltest auf verborgenes Blut im Stuhl (Hämoccult) richtig ab:

  • Er kann einmal jährlich bei Frauen und Männern ab dem Alter von 50 Jahren (50. Geburtstag) bis zur Vollendung des 55. Lebensjahres (55. Geburtstag) durchgeführt werden.
  • Er wird mit der GOP 01734 (70 Punkte) abgerechnet.

Bestandteil der Leistung ist die Ausgabe der Testbriefchen sowie die Untersuchung auf Blut im Stuhl in drei Proben. Die Kosten für Testbriefchen sind darin enthalten und nicht zusätzlich abrechenbar.

Wenn der Patient die Testbriefchen nicht zurückbringt, können Sie zwar die GOP 01734 nicht abrechnen, dafür aber die Kostenpauschale nach GOP 40150 (1,30 Euro).

Ab dem 55. Geburtstag können GKV-Versicherte (Frauen und Männer) entscheiden, ob sie eine präventive Koloskopie nach GOP 01741 oder den Hämoccult nach GOP 01734 in Anspruch nehmen.

So geht es weiter, wenn die Koloskopie gewählt wird: Dann besteht im Rahmen der Früherkennung von Krebserkrankungen kein Anspruch mehr auf den Schnelltest auf verborgenes Blut im Stuhl. Versicherte haben Anspruch auf insgesamt zwei Koloskopien zur Früherkennung des kolorektalen Karzinoms.

  • Die zweite Koloskopie kann frühestens zehn Jahre nach Durchführung der ersten Koloskopie beansprucht werden.
  • Jede ab dem Alter von 65 Jahren durchgeführte erste Koloskopie zählt als zweite Koloskopie.

So geht es weiter, wenn der Versicherte sich mit 55 für den Hämoccult entscheidet: Diese Untersuchung ist dann nicht mehr jährlich, sondern nur noch alle zwei Kalenderjahre möglich.

Übrigens: Für die Inanspruchnahme der Darmkrebsvorsorge fällt keine Praxisgebühr an.

Anders sieht die Sache aus, wenn es sich bei der Koloskopie nicht um eine Präventionsmaßnahme, sondern um einen Behandlungsfall handelt: Kommt ein Patient zur Untersuchung, weil er Beschwerden wie Blut im Stuhl oder Schmerzen hat, sieht der EBM statt der Präventions-GOP 01741 die GOP 13421 (Zusatzpauschale Koloskopie, 4.995 Punkte) im fachärztlich-internistischen Gebührenbereich (Abschnitt IIIb, 13 Gebührenordnungspositionen der Inneren Medizin) vor.

Die Leistung nach GOP 13421 ist im Behandlungsfall (= Quartalsfall) nicht neben anderen allgemein internistischen Leistungen sowie Leistungen aus dem Bereich 13.3 (Schwerpunktorientierte internistische Versorgung) abrechnungsfähig.

Das heißt: Der fachinternistische Komplex nach GOP 13250 oder andere Schwerpunktkomplexe können im gleichen Quartal nicht neben einer Koloskopie (oder auch Gastroskopie) abgerechnet werden. Grundvoraussetzung für die Abrechnung ist, dass ein Befundbericht erstellt wird, denn die Koloskopie gehört zu den berichtspflichtigen Leistungen.

Wird der Befund als Brief an den Hausarzt bzw. an den überweisenden Fachkollegen verschickt, sind auch die Portokosten nach GOP 40120 – 40126 abrechenbar.

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