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22.04.2016   |   Abrechnung

Aus ARZTPRAXIS ABRECHNUNG: Leistungen für chronisch kranke Patienten

Frage 1: Können die Chronikerpauschalen 03220 und 03221 auch zusammen an einem Tag berechnet werden?

Antwort: Im Prinzip ja. Das kommt zum Beispiel in den Fällen vor, wo beim 1. APK eine Palliativleistung abgerechnet wurde. Dann würde man beim 2. APK beide Chronikerpauschalen abrechnen.

Frage 2: Wenn ein Patient 2015 im 1. und im 4. Q. und dann wieder im 1. Q. 2016 mit der gleichen Diagnose in Behandlung ist, kann ich dann die Chronikerpauschalen abrechnen?

Antwort: Nein, denn damit ist die 4-3-1-2-Regel nicht erfüllt. Das wäre frühestens im 2. Quartal 2016 wieder der Fall.

Frage 3: Da jetzt im Vertretungsfall die VP 03000 abgerechnet wird, müsste die Chronikerpauschale nach GOP 03220 auch im Vertretungsfall beim ersten persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt über Muster 19 berechnungsfähig sein. Jedenfalls, wenn der Patient an einer chronischen Erkrankung leidet, aufgrund dessen die erforderlichen Mindestkontakte in der zu vertretenden Praxis erfüllt hat und sich die vertretende Praxis diese Mindestkontakte von der „eigentlichen“ Praxis bestätigen lässt (Kennzeichnung in Niedersachsen durch 03220 H). Liege ich mit meiner Annahme falsch?

Antwort: Grundsätzlich ist es möglich, auch in der Urlaubsvertretung die Chronikerpauschalen abzurechnen, wenn die Abrechnungsrichtlinie (4-3-1-2-Regel) eingehalten wird. Wie Dr. Schlüter in seinem Beitrag beschrieben hat, ist die Abrechnung der Chronikerpauschalen in der Urlaubsvertretung mit der Kennzeichnung „H“ rechtlich nicht geklärt. Bei der Urlaubsvertretung handelt es sich (nach Ansicht vieler KVen) nicht um einen Arztwechsel, weshalb die „H-Regelung“ hier nicht greift und diese KVen die Chronikerpauschalen in der Urlaubsvertretung streichen.

Wir raten aber dazu, die Chronikerpauschalen trotzdem in der Urlaubsvertretung abzurechnen und bei Streichung durch die KV Einspruch einzulegen. Fragen Sie Ihre Patienten in der Urlaubsvertretung, ob sie regelmäßig bei ihrem Hausarzt in Behandlung sind, und dokumentieren Sie dies in der Akte des Patienten.

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