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04.07.2013   |   Praxis-BWL

Erfolgreiches Praxismanagement: Wie Sie mit der Break-even-Analyse Praxisangebote kalkulieren

Die Break-even-Analyse ist ein einfach anzuwendendes Instrument, mit dessen Hilfe Sie die so genannte Gewinnschwelle (Break-even-Punkt) von Praxis-Leistungen berechnen können, d. h. den Punkt, der die Verlust- von der Gewinnzone trennt. In diesem Beitrag erfahren Sie anhand eines konkreten Beispiels, wie Sie diese Methode in Ihrer Praxis anwenden.

Mit Hilfe der Break-even-Analyse können Sie z. B. untersuchen, wann die Kosten eines IGeL-Angebots durch die Erlöse, die sich daraus ergeben, gedeckt werden.

Der Break-even-Punkt beschreibt dann, wie viele IGeL Sie pro Zeiteinheit, z. B. innerhalb eines Jahres, erbringen müssen, damit die gesamten IGeL-Kosten den damit erzielten Erlösen entsprechen. 

Praxisbeispiel:

  • Nehmen wir an, die fixen Kosten für eine IGeL, d. h. diejenigen Kos­ten, die unabhängig davon anfallen, ob eine Leistung überhaupt erbracht wird oder nicht (z. B. Geräte-Miete, Druckkosten Flyer etc.), belaufen sich auf 2000 Euro pro Jahr.
  • Die variablen Kosten, die durch das Erbringen der IGeL verursacht werden, belaufen sich auf 25 Euro.
  • Der Preis für die IGeL ist 70 Euro.

Berechnung des Break-even-Points: Nun lässt sich bestimmen, wie viele IGeL Sie in Ihrer Praxis erbringen müssen, damit diese Leistung zumindest kostendeckend ist.

Hierzu werden die Fixkosten (2000 Euro) durch die Differenz aus Preis und variablen Kosten (70 Euro minus 25 Euro gleich 45 Euro) geteilt. Das Ergebnis ist 44,44 Euro.

Das bedeutet, dass Sie gerundet 45 IGeL verkaufen müssen, damit Ihre Kosten gedeckt sind. Erst ab dem 46. IGeL sind Sie mit Ihrem Angebot in der Gewinnzone.

Die Break-even-Analyse kann Ihnen aber auch in anderen Bereichen helfen, z. B. um den Rahmen für ein Patientenseminar zu bestimmen:

  • Gehen wir davon aus, dass die Fixkosten für das Seminar 200 Euro betragen (z. B. Raummiete).
  • Die variablen Kosten pro Teilnehmer liegen bei 10 Euro.
  • Als Teilnahmegebühr haben Sie  20 Euro kalkuliert.

Wenn Sie nun von der Teilnahmegebühr die variablen Kosten abziehen (10 Euro) und die Fixkosten durch diese Differenz teilen, erhalten Sie die Teilnehmerzahl, die Sie mindestens benötigen, damit Ihre Kos­ten gedeckt sind: In diesem Fall sind das 20 Teilnehmer. Ab dem 21. Teilnehmer erzielen Sie dann einen Gewinn.

Mit Hilfe der Break-even-Analyse können Sie nun Alternativen berechnen, also wie sich eine Variation der Teilnehmergebühr auswirkt.

Falls mit einer bestimmten festen Anzahl von Teilnehmern gerechnet werden kann, ermöglicht die Formel umgekehrt auch die Errechnung der erforderlichen Höhe der Teilnahmegebühr:

Teilen Sie hierzu die Fixkosten durch die Anzahl der Teilnehmer, z. B. 25, und addieren Sie die sich ergebende Zahl mit den variablen Kos­ten (200 : 25 + 10 = 18). Bei 25 Teilnehmern ist also eine Gebühr von 18 Euro kostendeckend, jeder höhere Preis erbringt Ihnen Gewinn.

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