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14.09.2012   |   Praxismanagement

Fragen & Antworten zum Streit ums Ärztehonorar

Überraschende Wendung im Streit ums Ärztehonorar - die Schlussverhandlungen wurden verschoben, die angedrohten Praxisschließungen ausgesetzt. Zumindest vor der entscheidenden Runde am 4. Oktober sollen Patienten wie gewohnt behandelt werden. Doch eine Befriedung der ärztlichen Basis ist nicht einfach zu erreichen.

Ein Überblick

Wer entscheidet über das Ärztehonorar?

Im Erweiterten Bewertungsausschuss von Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV), Spitzenverband der Krankenkassen und dem unabhängigen Vorsitzenden Jürgen Wasem als Zünglein an der Waage werden bundesweite Vorgaben gemacht. Es folgen regionale Verhandlungen zwischen den Kassenärztlichen Vereinigungen und den Kassen in den Ländern. Bis 31. Oktober sollen sie abgeschlossen sein.

Warum gibt es nun nicht wie angekündigt am Wochenende die Schlussrunde?

Rund eine Milliarde Euro mehr könnten die 150 000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten 2013 bekommen. Über ein Paket dieser Größenordnung wird verhandelt. Die Verhandlungsführer von Ärzten und Kassen, Andreas Köhler und Johann-Magnus von Stackelberg, hatten sich mit Wasem informell getroffen.

Wie war der bisherige Verhandlungsstand?

Die Ärzte sollten 270 Millionen Euro oder 0,9 Prozent mehr bekommen. Das sieht ein Orientierungswert für regionale Verhandlungen über die Preise für die ärztlichen Leistungen vor. Da die KBV gegen den Beschluss, der gegen sie gefallen war, vor Gericht klagt, fehlt es bei den regionalen Runden an einer Grundlage. Möglicherweise verständigt sich der Erweiterte Bewertungsausschuss auf eine Übergangsregelung.

Worum wird jetzt noch verhandelt?

Jetzt geht es um die Menge der ärztlichen Leistungen. Der Bewertungsausschuss soll für die regionalen Verhandlungen Empfehlungen abgeben: über den Umfang des nicht vorhersehbaren Anstiegs von Behandlungen; über die Änderungen der Krankheitslasten in der Bevölkerung; über Leistungen, die unabhängig von der erwarteten Entwicklung bei der Krankheitslast bezahlt werden.

Auf welcher Basis und mit welchen Folgen entscheidet der Ausschuss?

Grundlage sind Berechnungen eines am Ausschuss angegliederten Instituts zu der Krankheitsentwicklung in den einzelnen Regionen - Basis: Diagnosen und die demografische Struktur. Die Empfehlungen des Ausschusses fließen in die regionalen Verhandlungen ein. (dpa)


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