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23.06.2014   |   Recht

Arztpraxis muss Krankenakte komplett aushändigen

Patienten haben das Recht, ohne Angabe von Gründen Einblick in ihre Krankenakte zu nehmen. "Fragen Sie Ihren Arzt nach der Akte und bitten Sie darum, diese in Form von Kopien ausgehändigt zu bekommen", sagte Michaela Schwabe von der Beratungsstelle Berlin der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UDP) dem dpa-Themendienst.

Der Arzt sei verpflichtet, sämtliche Unterlagen zu übergeben. Er dürfe für die Kopien allerdings Geld verlangen, in der Regel 50 Cent pro Seite. Röntgenbilder müsse er im Original aushändigen. Trotz des gesetzlich verankerten Anspruchs kommt es sehr häufig vor, dass Ärzte ihren Patienten die Einsichtnahme verweigern.

Das geht aus dem am Montag in Berlin vorgestellten UPD-Jahresbericht hervor, der auf Basis von 75 000 Beratungsgesprächen entstanden ist. Demnach wurde mehr als 10 000 Mal zum Thema Patientenrechte beraten, besonders oft sei es um das Recht auf Einblick in Krankenunterlagen gegangen. Wenn der Arzt die Dokumente nicht herausgeben will, sollten Patienten auf Paragraf 630g im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) verweisen, rät Schwabe. Dort ist das Recht auf "Einsichtnahme in die Patientenakte" verankert. dpa


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