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14.08.2012   |   Recht

Folgenschwere Verwechslung

Gegen eine Mainzer Schönheitsklinik werden schwere Vorwürfe erhoben. Es geht um eine 52-jährige Frau, die im Juni 2011 nach einem Facelifting einen Herzstillstand erlitten hatte und seitdem im Koma liegt. Eine 25-jährige Medizinstudentin, die als Nachtwache in der Klinik arbeitete, hatte ihr nach eigenen Angaben zuvor versehentlich das Narkosemittel Propofol verabreicht.

Wie konnte es zu dieser folgenschweren Verwechslung kommen?

Das Mittel hatte sich in einer nicht entsprechend gekennzeichneten Kochsalzinfusion befunden, die der Narkosearzt nach eigenen Worten angefertigt und im OP vergessen hatte. Der Anästhesist habe fahrlässig gehandelt, als er das Narkosemittel im OP zurückließ, ohne es richtig zu kennzeichnen, so der vom Gericht bestellte Sachverständige. Für die weitere Behandlung sei aber der Chirurg verantwortlich gewesen.

Die Medizinstudentin hatte die Patientin nach ihren Worten an die verhängnisvolle Infusion angeschlossen, weil sie glaubte, dass es sich dabei um eine Nährlösung für Diabetiker handelte. (dpa)


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