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06.08.2014   |   Steuern

Steuertipp des Monats: Lassen Sie es sich schmecken: Geschäftsessen richtig absetzen

Wie heißt es so schön: Ein guter Koch ist wie ein guter Arzt. Und tatsächlich, es gibt fast nichts Schöneres und wohl auch Gesünderes, als in netter Gesellschaft gemeinsam zu schlemmen und sich auszutauschen. Lassen Sie sich diesen Genuss nicht nehmen. Besonders dann nicht, wenn Ihr Tischgenosse ein Fachkollege oder Geschäftspartner ist. Denn in einem solchen Fall kommt zum Genuss noch die Steuerersparnis, sofern Sie folgende Grundsätze beachten.

Lecker! Laden Sie Geschäftsfreunde zu Tisch

Der Restaurantbesuch muss dem Erhalt einer bestehenden oder dem Aufbau einer zukünftigen Geschäftsbeziehung dienen. In diesen Fällen hat das Finanzamt nichts dagegen. Ein bitterer Nachgeschmack bleibt allerdings: Die Kosten dürfen nur zu 70% abgesetzt werden. Bewirtung in Ihren privaten Räumen wird gar nicht als Betriebsausgabe anerkannt. 

Köstlich! Voller Vorsteuerabzug

Steht das Geschäftsessen im Zusammenhang mit umsatzsteuerpflichtigen Umsätzen, dann können Sie sich die volle Vorsteuer vom Finanzamt holen. Das gilt zum Beispiel dann, wenn Sie sich mit einem Veranstalter treffen, auf dessen Kongress Sie Vorträge gehalten haben oder halten werden. Voraussetzung: Sie haben sich für die Umsatzsteuerpflicht entschieden oder erzielen im betreffenden Jahr steuerpflichtige Umsätze von mehr als 17.500 €.

Delikat! Achten Sie auf korrekte Belege

Nach einem reichhaltigen Essen würde man ihn am liebsten keines Blickes würdigen. Trotzdem, der Restaurantbeleg ist das Fundament, auf dem Ihr Betriebsausgabenabzug ruht und muss korrekt ausgefüllt werden. Folgende Angaben sind Pflicht: Ort, Datum, Teilnehmer, Anlass, Betrag. Der Anlass muss konkret formuliert werden. Ein einfaches „Arbeitsessen“ genügt nicht. Auch Familienangehörige dürfen auf dem Beleg erscheinen, sofern es sich geschäftlich begründen lässt. Das ist z. B. dann der Fall, wenn Partner oder Kinder in der Praxis mitarbeiten und an geschäftlichen Entscheidungen mitwirken.

Genuss pur! Bleiben Sie im Rahmen

Unterhalten Sie mit einem Geschäftspartner eine laufende Geschäftsbeziehung, die Ihnen ordentliche Umsätze beschert, dann können Sie ihn auch alle zwei Monate in ein teures Restaurant einladen. War der Geschäftskontakt allerdings nur einmalig und ist keine weitere Zusammenarbeit geplant, dann sind solche Einladungen nicht mehr angemessen. Im Ernstfall prüft das Finanzamt den Einzelfall und setzt Umsatz und Bewirtungskosten ins Verhältnis.

Kleine Gaumenkitzler gehen durch

Reichen Sie anlässlich einer Veranstaltung oder eines Besuchs in Ihrer Praxis kleine Häppchen oder Kaffee und Kekse, ist das in Ordnung. Diese Kosten werden voll als Betriebsausgaben anerkannt.

Schwer verdaulich! Bei privatem Anlass winkt das Finanzamt ab

Laden Sie anlässlich Ihres Geburtstags ein, erkennt das Finanzamt die Kosten dafür nicht an. Und das selbst dann nicht, wenn es sich bei den Geladenen um Geschäftsfreunde und Partner handelt.


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