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29.11.2014   |   Arzt News, Arzthelferin/MFA News, Recht

Arbeitnehmer müssen zehn Tage Pflegezeit nicht am Stück nehmen

Wird ein Angehöriger unerwartet pflegebedürftig, können sich Berufstätige derzeit zehn Tage von der Arbeit freistellen lassen. Sie müssen dabei den Arbeitgeber unverzüglich informieren. Im Prinzip genügt ein Anruf - auf der sicheren Seite sind Arbeitnehmer aber, wenn sie die Mitteilung auch schriftlich per Brief oder Fax schicken. Der Anspruch besteht nur für nahe Angehörige wie Eltern und Geschwister.

In der Mitteilung muss aber nicht stehen, um welchen Angehörigen es sich handelt, erläutert die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Außerdem besteht nicht die Pflicht, die zehn Tage am Stück zu nehmen. Beschäftigte können sich beispielsweise erst für fünf Tage freistellen lassen und später noch einmal für fünf Tage. Der Arbeitgeber kann für das kurzfristige Aussetzen eine Bescheinigung verlangen, aus der hervorgeht, dass der Angehörige voraussichtlich pflegebedürftig sein wird. Am besten bitten Beschäftigte den behandelnden Arzt, ein entsprechendes Attest auszustellen. Bislang schreibt das Gesetz nicht vor, dass der Arbeitgeber während der Freistellung weiter eine Vergütung zahlen muss. Einen Anspruch haben Beschäftigte nur, wenn es entsprechende Regelungen im Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung dazu gibt.

Nach Plänen der Bundesregierung soll sich dies künftig ändern: das Kabinett plant eine bezahlte Auszeit von zehn Tagen für Beschäftigte. Sie sollen nach Medienberichten ein "Pflegeunterstützungsgeld" in Höhe von 67 Prozent des wegfallenden Einkommens erhalten. dpa


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