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21.09.2015   |   Arzt News

Arzneimittelmarkt-Reform bringt zu wenig Einsparungen

Die Techniker Krankenkasse (TK) drängt auf deutlich höhere Einsparungen bei Arzneimittelverordnungen. Die Arzneimittelmarkt-Reform (AMNOG) habe auch im vierten Jahr ihr Ziel deutlich verfehlt. Geplant seien Einsparungen bei Verordnungen von zwei Milliarden Euro jährlich. 2014 seien gerade einmal 320 Millionen erreicht worden, erklärte der TK-Vorstandsvorsitzende Jens Baas.

Nach dem Halbjahresbericht des Gesundheitsministeriums sind die Arzneimittelausgaben der Krankenkassen in den ersten sechs Monaten 2015 je Versichertem um 4,8 Prozent gestiegen. 2014 verzeichneten die Kassen noch einen Zuwachs von 9,4 Prozent. Auffällig seien hohe Ausgaben für neu zugelassene Hepatitis-C-Präparate, die in dem Zeitraum rund 0,6 Milliarden Euro ausmachten und somit einen erheblichen Teil des Anstiegs erklären könnten. Andererseits seien die Kassen weiter durch Rabattvereinbarungen mit Pharmaunternehmern entlastet worden.

Die Gesundheitspolitikerin der Linken-Fraktion, Kathrin Vogler, forderte die Politik auf, schleunigst auf die Kostenexplosion bei neuen Arzneimitteln zu reagieren. Bei vielen Krebsmitteln und Wirkstoffen gegen Hepatitis C oder Multiple Sklerose stünden die von den Herstellern festgelegten "Mondpreise" in keinem Verhältnis zum klinischen Nutzen. dpa


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