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24.08.2015   |   Arzt News

Darm: Zellstress macht krank

Millionen Menschen leiden an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, den beiden häufigsten Formen von CED. Chronisch entzündliche Darmerkrankungen sind die Folge einer Überreaktion des Immunsystems auf Bakterien, die ganz natürlich im Darm vorkommen. Im Mausmodell wurde jetzt gezeigt, dass ein Protein in den Zellen der Darmschleimhaut dafür mitverantwortlich ist.

Was chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) auslöst, konnte bisher nicht vollständig geklärt werden. Ernährungsforscherinnen und -forscher der Technischen Universität München (TUM) haben jetzt ein weiteres Detail im Entstehungsprozess der Krankheiten identifiziert:

"Zu einer Überreaktion kann es kommen, wenn das Anti-Stress-Programm in den Zellen in der Darmschleimhaut nicht einwandfrei funktioniert", erklärt Prof. Dirk Haller vom TUM-Lehrstuhl Ernährung und Immunologie. Konkret bezieht sich der Wissenschaftler auf eine Kette aufeinanderfolgender Signale in der Zelle, die so genannte "unfolded protein response"

Mit Hilfe eines neuen Mausmodells untersuchten die Wissenschaftler die Bedeutung des Proteins im Zusammenhang mit chronischen Darmentzündungen. Die vermehrte Bildung von CHOP machte die Mäuse zum einen anfälliger für eine Darmentzündung. Zum anderen klang die Entzündung langsamer ab, die Darmschleimhaut brauchte danach auch länger um sich zu regenerieren. "Doch anders als bisher vermutet, ist die höhere CHOP-Konzentration wohl nicht dafür verantwortlich, dass Epithelzellen absterben", erklärt Haller. "Vielmehr verhindert CHOP die Zellteilung und verlangsamt damit die Neubildung der Schleimhaut nach einer Verletzung."

Solche Schädigungen, wie sie durch Infektionen verursacht werden, sind oftmals der erste Schritt zu einer chronischen Darmentzündung. Die Ergebnisse sind eine weitere Bestätigung dafür, dass eine funktionierende UPR-Signalkaskade für eine gesunde Darmschleimhaut unerlässlich ist. Eine Störung der Regulation kann die Schutzfunktion des Darmepithels erheblich beeinträchtigen und so zur Entstehung von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen beitragen.


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