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30.09.2015   |   Arzt News, Arzthelferin/MFA News

Datenschützer kritisieren Klinik für Umgang mit Krankenakte

Der hessische Datenschutzbeauftragte Michael Ronellenfitsch wirft dem Klinikum Offenbach Versäumnisse beim Umgang mit der Krankenakte der Studentin Tugce vor. Einer Untersuchung der Klinikleitung zufolge hätten 94 Mitarbeiter die Akte im Krankenhausinformationssystem aufgerufen. Nur 31 von ihnen waren aber direkt in die Behandlung der jungen Frau involviert und hätten daher das Recht dazu gehabt, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht der Datenschutzbehörde hervorgeht. 63 Mitarbeiter hätten die Akte illegal gelesen.

Die damals 22-jährige Lehramtsstudentin Tugce war im November 2014 nach einem Schlag gegen den Kopf auf dem Boden aufgeschlagen und mit schwersten Kopfverletzungen ins Offenbacher Klinikum gebracht worden. Dort starb sie wenige Tage später. Ein 18-Jähriger wurde Monate später wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt.

Der Bericht des Datenschutzbeauftragten lobt jedoch auch, dass das Klinikmanagement auf Eigeninitiative Ermittlungen einleitete. Die betroffenen Mitarbeiter mussten an einer "Datenschutzschulung" teilnehmen. Ob die Mitarbeiter zusätzlich abgemahnt wurden, geht aus dem Bericht nicht hervor. dpa


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