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27.03.2016   |   Arzt News, Arzthelferin/MFA News

Ehepartner sollen bei Krankheit ohne Vollmacht entscheiden dürfen

Wer soll über die medizinische Versorgung eines Menschen entscheiden dürfen, wenn der Betroffene es selbst nicht kann? Die Länder arbeiten an einer neuen Regelung für Ehepartner. Patientenschützer finden das gar nicht gut.

Auch ohne schriftliche Vollmacht sollen Eheleute nach einem Unfall oder bei schwerer Krankheit über die medizinische Versorgung ihres Partners entscheiden dürfen. Das soll auch für eingetragene Lebenspartnerschaften gelten. Auf Initiative Baden-Württembergs habe eine Länderarbeitsgruppe einen entsprechenden Vorschlag erarbeitet, teilte das Justizministerium mit. Die Regelung solle für Ehe- und eingetragene Lebenspartner gelten, wenn diese nicht ausdrücklich etwas anderes festgelegt haben, sagte der Justizminister.

 Die Justizminister sollen bei ihrer Konferenz Anfang Juni in Nauen (Brandenburg) über die Initiative beraten, über die am Freitag die "Stuttgarter Nachrichten" berichtet hatten.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz bezeichnete den Plan als "verfassungsrechtlich hoch bedenklich". Stiftungsvorstand Eugen Brysch betonte, es dürfe bei medizinischen Fragen keine automatischen Vollmachten geben. "Von wem sich jemand vertreten lässt, ist eine höchst persönliche Entscheidung. Schließlich wird auch über Maßnahmen entschieden, die zum Tode führen können, obwohl der Patient nicht im Sterben liegt." dpa


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