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27.11.2015   |   Arzt News, Arzthelferin/MFA News

Krank statt entgiftet - Gefährliche Ayurveda-Pillen aus Sri Lanka

Gewichtsverlust, Konzentrationsstörungen, Schmerzen und Leistungsknick: Die Patientin, die in die Sprechstunde des Hamburger Nierenarztes Tobias Meyer kam, hatte zahlreiche Beschwerden. In ihrem Blut wurden - in niedrigen Konzentrationen - Quecksilber, Arsen und Blei nachgewiesen. Zuvor hatte sie drei Wochen eine Ayurveda-Kur in Sri Lanka gemacht und Mittel eingenommen, die nach Rezepturen der traditionellen indischen Heilkunst hergestellt worden sein sollten.

Als Meyer die Ayurveda-Kügelchen, die mehrere Patienten aus Asien mitgebracht hatten, untersuchen ließ, war das Ergebnis schockierend: In einem Fall habe der Quecksilbergehalt einer Ayurveda-Pille den zulässigen Grenzwert um das 2,3-Millionenfache überschritten. "Die bestand praktisch nur aus Quecksilbersalz in Tablettenform", sagt der Chefarzt an der Asklepios Klinik in Hamburg. Schwermetallvergiftungen seien nur schwer behandelbar. Vor allem im Nervengewebe könne es zu schweren Zellschäden kommen.

Angesichts der Häufung der Berichte über Schwermetall-Vergiftungen rät sogar das Auswärtige Amt in seinen Reisehinweisen für Sri Lanka "dringend", ayurvedische Behandlungen nur in Einrichtungen vorzunehmen, die bei der Sri Lanka Tourism Development Authority (SLTDA) registriert seien und "keinesfalls unzertifizierte ayurvedische Medikamente einzunehmen". dpa


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