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22.04.2015   |   Arzt News

Schärfere Kontrollen zeigen Wirkung: Sustanon-Missbrauch im Profisport rückläufig

Sustanon zählte unter Wettkampfbodybuildern jahrelang zu den beliebtesten injizierbaren Steroiden. Durch schärfere Dopingkontrollen konnte der Missbrauch im Profibereich zurückgedrängt werden. Im Freizeit- und Hobbysport ist der Trend zu muskelaufbauenden Präparaten aber nach wie vor ungebrochen. Die Mehrheit der Personen, die auf den einschlägigen Online-Plattformen Sustanon bestellen, gehört zu der zuletzt genannten Gruppe. Gerade Freizeitsportler neigen zur Überdosierung und gefährden dadurch ihre Gesundheit. Die Nebenwirkungen von Sustanon sind zahlreich. Der einzige Weg, sie vollständig zu vermeiden, ist der Verzicht. Wer sich trotzdem entschließt, eine Sustanon-Kur einzuleiten, ist gut beraten, dies nur unter Aufsicht eines erfahrenen Arztes zu tun.


Die Wirkstoffe, die in Sustanon enthalten sind, werden im Körper zu Testosteron umgewandelt. Testosteron ist ein androgenes Hormon, das vom Körper selbst in den Hoden produziert wird. Männer haben normalerweise einen vielfach höheren Testosteronspiegel als Frauen. Das Hormon ist für das Wachstum, die Entwicklung der Genitalien, den Haar- und Bartwuchs und die sekundären männlichen Geschlechtsmerkmale zuständig. Außerdem hat Testosteron einen Einfluss auf die Produktion roter Blutkörperchen. In der Medizin kann Sustanon angewendet werden, wenn bei einem Patienten Hypogonadismus diagnostiziert wird, was bedeutet, dass der Körper nicht genug Testosteron produziert. Der Arzt legt dann eine Dosis und ein Zeitfenster für die Behandlung fest.

Beim Missbrauch als Dopingmittel werden zumeist Sustanon-Mengen verabreicht, die weit über der therapeutischen Dosis liegen. Nur so kann der erwünschte Effekt des verbesserten Muskelaufbaus erzielt werden. Gleichzeitig steigt aber auch das Risiko für und die Schwere der Nebenwirkungen. Die häufigsten Begleiterscheinungen einer überdosierten Sustanon-Anwendung sind: Juckreiz, Akne, Übelkeit, Störungen des Geschlechtstriebs, Depressionen, Nervosität, Stimmungsschwankungen, Muskelschmerzen, Flüssigkeitsretentionen, Bluthochdruck, schmerzhafte Dauererektion, Störungen der Spermienbildung, Vergrößerung der Brust und Prostata, Verschlimmerung des Frühstadiums von Prostatakrebs, Leberfunktionsstörungen, Störung des Fettstoffwechsels, Anstieg der Hämoglobinwerte sowie ein Anstieg der PSA-Werte. Wie bei den meisten injizierbaren Steroiden kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Nebenwirkungen nach Absetzen des Arzneimittels schnell wieder verschwinden.

Aus den oben genannten Gründen muss von Sustanon-Behandlungen ohne ärztliche Überwachung dringend abgeraten werden. Spätestens dann, wenn Nebenwirkungen auftreten, muss ein Arzt oder medizinisches Fachpersonal zur Hilfe gerufen werden. Zu beachten sind außerdem die Gegenanzeigen. Insbesondere bei der Anwendung bestimmte Arzneimittel gegen Diabetes (Insulin) sowie bei Medikamenten zur Vorbeugung oder Behandlung von Blutgerinnseln ist Vorsicht geboten. Eine verlässliche Einschätzung der Gegenanzeigen kann wiederum nur ein Arzt vornehmen. Durch die Möglichkeiten, die das Internet bietet, ist es heute ohne weiteres möglich, sich jederzeit und fast überall auf der Welt Zugang zu Sustanon und anderen anabolen Steroiden zu verschaffen. Die Produkte sind auf dem Schwarzmarkt sehr teuer. Ein Athlet, der Sustanon bestellen möchte, lässt sich von hohen Preisen allerdings nur in den seltensten Fällen abschrecken.


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