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28.10.2016   |   Abrechnung

Abrechnung: Impfungen bei Privatpatienten

Bei uns in der Allgemeinarztpraxis kam neulich die Frage auf, warum für eine Zusatzimpfung bei einer Schutzimpfung nicht die GOÄ-Nr. 252 abgerechnet wird. Ja, warum eigentlich nicht?

Sehen wir uns die entsprechenden GOÄ-Leistungen im Abschnitt C („Nichtgebietsbezogene Sonderleistungen“) doch einmal an:

GOÄ-Nr.

Leistung

Wert 2,3-fach

252

Injektion subkutan, submukös, intrakutan oder intramuskulär

5,36 €

375

Schutzimpfung intramuskulär, subkutan – ggf. einschließlich Eintragung in den Impfpass

10,72 €

377

Zusatzinjektion bei Parallelimpfung

6,70 €

Hier wird es schon deutlich: Zum einen gilt die GOÄ-Nr. 252 für Injektionen jeglicher Art, die Nrn. 375 und 377 aber ausdrücklich nur für Schutzimpfungen. Zum anderen sind die beiden Impfziffern besser bezahlt als die Injektionsziffer. Das liegt auch daran, dass bei der Nr. 375 der Eintrag in den Impfpass und die Impfaufklärung Bestandteil der Leistung sind.

Und wie ist das, wenn ein Patient mehrere Injektionen bzw. Impfungen bei einem Kontakt bekommt?

  • Bei zwei Injektionen nacheinander rechnen Sie 2-mal die GOÄ-Nr. 252 ab. Aber nur, wenn sie nicht direkt nacheinander über denselben parenteralen Katheter gegeben wurden. Falls das der Fall ist, können Sie Nr. 252 nur einmal abrechnen.
  • Bei zwei verschiedenen Impfungen nacheinander rechnen Sie einmal Nr. 375 und einmal Nr. 377 ab.

Zu Injektionen und Impfungen werden normalerweise auch die GOÄ-Nrn. 1 und 5 abgerechnet, sofern sie nicht im betreffenden Behandlungsfall bereits neben Sonderleistungen der Abschnitte C bis O abgerechnet wurden. Nr. 1 darf allerdings nicht neben Nr. 377 abgerechnet werden; evtl. ist es hier also günstiger,

  • auf Nr. 377 zu verzichten,
  • die höher bewertete Nr. 1 abzurechnen und
  • die Leistung nach Nr. 375 entsprechend höher zu steigern.

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