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20.05.2016   |   Abrechnung

HzV-Patienten: Soll man für diese wirklich einen KV-Schein mit Kennziffer anlegen?

Ein Beitrag in Arztpraxis Abrechnung über das Anlegen eines KV-Scheines für HzV-Patienten mit der Kennziffer 88192 bzw. 88194 hat zu mehreren Rückfragen geführt. Am häufigsten wurde gefragt: „Geht das wirklich bei jedem HzV-Patienten?“ Diese Frage ist mit einem klaren JA zu beantworten.

Grund 1: der Laborwirtschaftlichkeitsbonus

Den Laborwirtschaftlichkeitsbonus (32001, wird automatisch von der KV zugesetzt) gibt es nicht nur für die Patientinnen und Patienten, bei denen Laboruntersuchungen durchgeführt werden, sondern für jeden ambulant-kurativen Fall. Also auch für die Fälle, die keine Laborleistungen erhalten. Ausgenommen sind nur die Patientinnen und Patienten, die eine Laborausnahmekennziffer wegen eines der genannten Krankheitsbilder erhalten. Diese Fälle werden bei der Berechnung des Laborwirtschaftlichkeitsbonus nicht berücksichtigt.

Alle anderen ambulant-kurativen Fälle werden von der KV honoriert, aber bei den HzV-Patienten eben nur dann, wenn für sie ein zusätzlicher KV-Schein mit der Kennziffer 88192 bzw. 88194 angelegt wird.

Diese Regelung gilt in Baden-Württemberg auch für jene Facharztpraxen, die an den AOK-Facharztverträgen teilnehmen und Laborleistungen bei eingeschriebenen Patientinnen und Patienten erbringen. Dort gilt ausschließlich die Kennziffer 88192, da es in Facharztpraxen keine NäPa gibt.

Grund 2: die Abstaffelungsregelung zur GOP 03040 im Hausarztbereich

Bei weniger als 400 Behandlungsfällen wird die Honorierung der GOP 03040 um 14 Punkte pro Fall gekürzt, bei mehr als 1200 Behandlungsfällen erhält die Praxis einen Honoraraufschlag von 14 Punkten. Dies bedeutet einen Abschlag bzw. Aufschlag von 10 %.

Meldet nun eine Hausarztpraxis ihre HzV-Fälle nicht an die KV, so kann es zu Abschlägen kommen, wenn die KV-Fälle unter die Zahl von 400 rutschen, was bei einer Praxis mit vielen HzV-Patienten schnell passieren kann.

Beispiel: Eine Praxis hat 950 Behandlungsfälle, davon 600 eingeschriebene Patienten in den HzV-Verträgen. Somit werden über die KV nur noch 350 Fälle abgerechnet. Dann bekommt diese Praxis für die GOP 03040 nur noch 130 Punkte statt 144 Punkten pro Behandlungsfall honoriert.

Hätte die Praxis 1.250 Behandlungsfälle, davon 600 eingeschriebene Patienten in den HzV-Verträgen, würde sie nicht in den Genuss der 14 zusätzlichen Honorarpunkte bei der GOP 03040 kommen und damit ebenfalls unnötigerweise auf Honorar verzichten, das ihr zusteht.

Daher: Denken Sie unbedingt daran, bei ALLEN HzV-Patienten den zusätzlichen KV-Schein mit der entsprechenden Kennziffer einzugeben!

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