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30.03.2014   |   Finanzen

Aus DER CHEFBRIEF: „Berliner Testament“: nur für Kinderlose empfehlenswert!

Bei einem „Berliner Testament“ ordnen die Ehepartner gemeinsam an, dass zuerst der überlebende Partner Alleinerbe ist. Die Kinder kommen erst an die Reihe, wenn er/sie stirbt. Diese Art des Testaments ist sehr verbreitet, doch viele Eheleute mit Kindern sind sich der Nachteile nicht bewusst:

Beim Berliner Testament wird nämlich der Übergang des Vermögens zweimal besteuert, einmal beim Tod des Vaters und nochmals beim Tod der Mutter. Der Erbschaftssteuersatz steigt durch den zusammengeballten Erwerb durch den überlebenden Ehegatten als Alleinerben. Der gleiche ungünstige
Effekt tritt nochmals bei den Kindern als Schlusserben ein.

Sehr ratsam ist das „Berliner Testament“ dagegen für kinderlose Ehe-
paare:

Denn diese unterliegen oft dem Irrglauben, dass sie kein Testament bräuchten, weil sowieso der überlebende Ehepartner Alleinerbe wäre – dabei sind Eltern, Geschwister und sogar Nichten und Neffen gesetzliche Mit-Erben.

Beispiel: Dr. Martin Krug und seine Frau Susanne, die in seiner Praxis mitarbeitet, haben keine Kinder, kein Testament, keinen Ehevertrag, aber im Laufe der Jahre doch ein ansehnliches Vermögen zusammengespart. Beide denken, dass sie beim Tod ihres Ehepartners jeweils Alleinerben wären.

Dr. Martin Krug stirbt. Seine Frau erbt zu ihrer Überraschung nur drei Viertel des Vermögens, das übrige Viertel erben die zwei noch lebenden Brüder Martins, die nun mit Susanne eine Erbengemeinschaft bilden. Das hätten Dr. Krug und seine Frau durch ein Berliner Testament vermeiden können.

Übrigens: Hätten die Krugs Gütertrennung vereinbart, würde Susanne sogar
nur die Hälfte erben und Martins Brüder die andere Hälfte!

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