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13.03.2014   |   Finanzen

Aus DER CHEFBRIEF: Die Praxis-Inhaltsversicherung - Die Tücken liegen im Detail

Eine Praxis-Inhaltsversicherung – das Pendant zur privaten Hausratversicherung für Praxisinhaber – sollte jede Praxis haben, deren Inhaber die Praxisausstattung im Schadensfall nicht problemlos ersetzen könnte. Wie die Hausratversicherung deckt die Praxis-Inhaltsversicherung üblicherweise Schäden durch Feuer, Einbruchdiebstahl, Raub und Vandalismus, Sturm und Hagel sowie Leitungswasser ab. Abhängig von Fachrichtung und
Praxisgröße liegt der Neuwert von medizinisch-technischer Einrichtung, Mobiliar, Vorräten, Literatur und Berufskleidung zwischen wenigen 10.000 Euro und deutlich über 1 Mio. Euro.

Was ist versichert?

Versichert sind üblicherweise das gesamte Praxisinventar sowie Besitzgegenstände von Personal und Patienten – jeweils zum aktuellen Neuwert. Für Wertsachen (Bargeld, Briefmarken, Edelmetalle etc.) gelten häufig Entschädigungsobergrenzen und besondere Aufbewahrungsvorschriften. Die Versicherungssumme sollte daher regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Die Versicherungssumme sollte möglichst dem tatsächlichen Wert des Praxisinventars entsprechen:

Problem Unterversicherung: Eine zu geringe Versicherungssumme kann auch bei kleineren Schäden zur Reduzierung der Versicherungsleistung führen. Beträgt beispielsweise der Wert des Praxisinventars 300.000 Euro und die Versicherungssumme nur 200.000 Euro, wird auch jeder Schaden nur zu 2/3 ersetzt.

Einige Anbieter schließen solche Kürzungen allerdings durch eine so genannte Unterversicherungsverzichtsklausel aus.

Problem Neuwertklausel: Problematischer als eine mögliche Unterversicherung ist in der Praxis eine insbesondere in älteren Verträgen häufig anzutreffende Regelung: Danach ist zwar grundsätzlich der Neuwert des Inventars versichert.

Sollte der Zeitwert jedoch weniger als 40 % des Neuwertes betragen, ist nur der Zeitwert versichert. Da Medizintechnik in der Regel recht zügig an Wert verliert, kann diese Klausel erhebliche finanzielle Konsequenzen haben.

Beispiel: Eine Arztpraxis ist mit einer Summe von 250.000 Euro versichert, die dem aktuellen Neuwert der Praxisausstattung entspricht. Davon entfallen auf die Medizintechnik 150.000 Euro, auf Mobiliar etc. 100.000 Euro. Der Zeitwert beträgt 50.000 Euro für die Geräte und 70.000 Euro für das sonstige Inventar.

Brennt diese Praxis ab, erstattet die Versicherung lediglich 150.000 Euro,
nämlich den Zeitwert für die Geräte und Neuwert für das sonstige
Inventar – auf dem restlichen Schaden von 100.000 Euro bleibt der Praxisinhaber sitzen.

 

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