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03.06.2014   |   News, Finanzen, Steuern

Der Steuertipp des Monats: Geraten Sie nicht in die Umsatzsteuerfalle

Vielleicht haben Sie beim Lesen der Überschrift gedacht: „Umsatzsteuer, was geht mich das an? Meine ärztliche Tätigkeit ist doch nicht umsatzsteuerpflichtig!“ Das stimmt im Regelfall auch – aber leider nicht immer. Und wenn Sie nicht aufpassen, greift der Fiskus zu! Gemäß § 2 UStG ist umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer jeder, der eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbstständig ausübt.

Dies bedeutet: Auch Sie als Arzt sind umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer. Und Unternehmen unterliegen mit ihren Leistungen der Umsatzsteuer, außer es greift eine Befreiungsvorschrift. Grundsätzlich gilt für Heilbehandlungen eine Umsatzsteuerbefreiung: Nach § 4 Nr. 14 a UStG sind Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin von der Umsatzsteuer befreit. Diese Befreiung erfasst alle ärztlichen Leistungen, mit denen ein therapeutisches Ziel ver-
folgt wird, also insbesondere Vorbeugung, Diagnose und Heilung von Krankheiten. Dies gilt übrigens unabhängig davon, ob die entspre-
chenden Leistungen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden oder nicht!

Gemäß § 4 Nr. 28 UStG ist auch der Verkauf von Praxisgegenständen von der Umsatzsteuer befreit, wenn diese ausschließlich für umsatzsteuerfreie Tätigkeiten verwendet wurden.

Andere Leistungen des Arztes sind hingegen regelmäßig umsatzsteuerpflichtig, insbesondere:

  • Überlassung von Personal und/oder Praxisausstattung außerhalb einer Praxisgemeinschaft an Dritte (z. B. im Rahmen einer Apparate- oder Laborgemeinschaft),
  • gutachterliche Tätigkeiten ohne therapeutischen Zweck, z. B. Blutalkoholuntersuchungen, forensische Gutachten sowie solche über Berufstauglichkeit und in Versicherungsangelegenheiten, 
  • schriftstellerische oder wissenschaftliche Tätigkeiten, Vorträge, Lehrtätigkeiten usw.,
  • die Medikamentenabgabe, wenn sie nicht zur Heilbehandlung zwingend erforderlich ist,
  • Abgabe von Hilfsmitteln, z. B. Hygieneartikeln,
  • bestimmte IGeL-Leistungen wie z. B. Anti-Aging-Vorsorge, Ernährungsberatung ohne unmittelbaren Krankheitsbezug, Fitness-Check, reisemedizinische Untersuchungen,
  • Leistungen zur Primärprävention gemäß § 20 Abs. 1 SGB V.

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