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23.05.2014   |   Qualitätsmanagement-, Medizinwissen, ZFA News, ZFA Persönlich

Fasten lindert Beschwerden bei Heuschnupfen & Co

Wenn das Immunsystem in Unordnung gerät, reagiert der Mensch allergisch. Heilfasten bringt das entgleiste Immunsystem wieder ins Lot und stärkt die Immunabwehr. Die Malteser Klinik von Weckbecker in Bad Brückenau bietet Allergikern ein maßgeschneidertes Therapieprogramm an.
Laufende Nase, juckende Augen und Niesattacken – kaum beginnt der Frühling starten Gräser- und Blütenpollen ihren Großangriff auf Nase, Schleimhäute und Atemwege. Jeder Dritte in Deutschland leidet an Heuschnupfen – Tendenz steigend. Doch nicht nur die so genannte allergische Rhinitis ist auf dem Vormarsch, auch allergisches Asthma, Allergien auf Haustaubmilben oder Nahrungsmittel und allergische Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Schuppenflechte nehmen dramatisch zu.

„Bei Menschen, die an einer Allergie leiden, ist das Immunsystem in Unordnung geraten“, erklärt Dr. Bernadette Lippert, Ärztliche Leiterin der Malteser Klinik von Weckbecker. „Der Körper behandelt harmlose Pollen oder Hausstaubmilben wie schädliche Krankheiterreger.“ Die Folge: Es wird eine Entzündungsreaktion mit den jeweils charakteristischen allergischen Symptomen ausgelöst. Während die Schulmedizin versucht, die Symptome mittels antiallergischer Medikamente in den Griff zu bekommen, setzt die Naturheilkunde zusätzlich auf eine altbewährte Methode: das Heilfasten. Schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird Heilfasten bei Allergien, chronischen Entzündungen und Autoimmunerkrankungen eingesetzt – mit großem Erfolg. Renommierte Fastenärzte wie Erich von Weckbecker und Otto Buchinger erkannten, dass die Abwehrkräfte durch die Fastentherapie gestärkt und das entgleiste Immunsystem wieder ins Gleichgewicht gebracht werden kann.

Heilfasten beeinflusst das Immunsystem auf unterschiedliche Art und Weise: „Etwa 80 Prozent der immunologischen Abwehr sitzt im Darm“, erläutert Dr. Lippert. Durch den vorübergehenden Verzicht auf Nahrung wird der Magen-Darm-Trakt stillgelegt und damit auch das Immunsystem von seiner Aufgabe massiv entlastet. „Da der Darm keine Nahrungsaufnahme oder Verdauungsarbeit mehr leisten muss, kann er sich während der Fastenzeit voll und ganz auf die Heilung konzentrieren“, betont die Fachärztin für Innere Medizin. Gleichzeitig kann der Darm nicht mehr durch allergene Stoffe in den Nahrungsmitteln gereizt werden. Auch die Darmschleimhaut, die durch die ständige Einnahme von antiallergischen und entzündungshemmenden Medikamenten geschädigt werden kann, hat nun Zeit, sich zu regenerieren.

Der Erfolg ist meist schnell spürbar: Schon nach wenigen Tagen zeigt sich bei den Fastenden eine deutliche Linderung ihrer allergischen Beschwerden. „Der Juckreiz geht zurück, Durchfälle und Bauchschmerzen werden weniger und die Nasenschleimhäute schwellen ab“, berichtet Dr. Lippert aus seiner Erfahrung in der Klinik für Naturheilverfahren in Bad Brückenau.
Unterstützt wird der Heilungsprozess des Magen-Darm-Traktes durch die tägliche Darmspülung, die so genannte Colontherapie, die eigens dafür in der Klinik von Weckbecker entwickelt wurde. Dabei werden etwa 12 Liter körpertemperiertes, mit Kamille versetztes Wasser durch den Darm geleitet. Ziel ist es, alle pathogenen Keime, die sich im Laufe der Zeit dort angesiedelt haben, auszuspülen. „Erst wenn die Anzahl der krankmachenden Darmbakterien durch wiederholte Darmreinigungen deutlich vermindert worden ist, kann die geschädigte Darmflora wieder aufgebaut werden.“ Zusätzlich unterstützt wird die Regeneration durch eine mikrobielle Therapie.

Im Anschluss an eine in der Regel zweiwöchige Fastentherapie folgt ein schrittweiser Kostaufbau. „Durch Auslassversuche werden Unverträglichkeiten und allergische Reaktionen auf bestimmte Nahrungsmittel getestet“, erklärt Peter Faulstich, ernährungswissenschaftlicher Leiter der Malteser Klinik von Weckbecker. Vor allem Menschen mit Heuschnupfen und Neurodermitis oder entzündeten Nasennebenhöhlen reagieren häufig allergisch auf Milch- und Milchprodukte sowie auf Hühnereiweiß. „Diese Stoffe sind in zahlreichen Lebensmitteln enthalten und stehen damit fast täglich auf unserem Speiseplan“, sagt der Ernährungswissenschaftler. Erstaunlich sei, so Faulstich, dass Allergiker nach der Fastentherapie deutlich mehr Nahrungsmittel vertragen als zuvor.

Die Klinik von Weckbecker baut bei der Behandlung allergischer Erkrankungen zusätzlich zur Fastentherapie auch auf andere Heilmethoden: Neben einer homöopathischen Therapie stehen bei Allergikern auch Wasserbehandlungen nach Kneipp, Akupunktur und Fußreflexzonenmassage auf dem Kurprogramm. „Ziel all dieser Therapien ist es, zusammen mit einer gesunden Lebensführung für Körper und Geist, die Selbstheilungskräfte zu stärken und dadurch die allergischen Beschwerden zu lindern“, resümiert Dr. Lippert. Damit der Erfolg auch nachhaltig ist, rät die ambitionierte Ärztin der Klinik für Naturheilverfahren ihren Patienten, die Fastentherapie spätestens nach einem Jahr zu wiederholen.


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