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25.01.2016   |   Arzt News

Forscher: Medizinstudien produzieren oft zweifelhafte Ergebnisse

Viele medizinische Grundlagenstudien sind mangelhaft und können kaum überprüft werden. Zu diesem Urteil kommen zwei Untersuchungen aus Deutschland und den USA, die im Fachblatt "PLOS Biology" veröffentlicht wurden. Als Gründe für die zum Teil erschreckend dürftige Qualität sehen Experten weniger betrügerische Absichten als vielmehr grundlegende Fehler des wissenschaftlichen Systems sowie "Wunschdenken" der beteiligten Forscher.

Die beiden Untersuchungen fallen in eine Zeit, in der sich mehr und mehr Experten über mangelnde Transparenz und Qualitätssicherung von Studien beklagen. So wurde etwa im vergangenen August das Fazit eines internationalen Großprojekts im Fachjournal "Science" publiziert, wonach sich die meisten Ergebnisse aus psychologischen Studien nicht reproduzieren lassen.

Die Zweifel, die diese Analyse am Wissenschaftsbetrieb insgesamt weckte, werden durch die beiden neuen Untersuchungen nun noch weiter angefacht. So überprüften Forscher um Constance Holman und Ulrich Dirnagl vom Uniklinikum Charité in Berlin Hunderte Schlaganfall- und Krebsstudien und konzentrierten sich insbesondere auf die dabei verwendeten Versuchstiere. In der Mehrzahl der Artikel wurde die Zahl der Ratten und Mäuse nicht exakt angegeben. dpa


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