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11.03.2015   |   Arzt News, Medizinwissen

Taiwan wirft ein Licht auf die Herz-Kreislaufforschung

Ein Forschungsteam von der Academia Sinica in Taipeh bestätigte vor kurzer Zeit, dass zirkulierende Blutzellen zur Regenerierung von Herzmuskelzellen beitragen können.

Unter Verwendung von Echtzeit-Molekularbildtechnik und transgenen Mäusen, um die Herzkurve erwachsener Herzzellen zu kennzeichnen, entdeckte das Team, dass aus Knochenmark gewonnene zirkulierende Zellen dabei helfen, Herzzellen zu reparieren, indem sie sich mit vorhandenen Herzmuskelzellen verbinden oder durch direkte Transdifferenzierung neue Zellen erzeugen.

Patrick Hsieh, Teamleiter und Wissenschaftler am Institut für biomedizinische Wissenschaft an der Academia Sinica, erklärte am 16. Februar, die Erkenntnisse seien bedeutsam, weil sie widersprechende Studien, welche die Stanford University und die University of Washington durchführten, in Frage stellten.


„Unsere Forschung liefert Beweise, dass blutbildende Zellen eine wichtige Rolle dabei spielen, Herzmuskelzellen zu reparieren, und sie könnten als alternative Quelle zum Ergänzen verlorener Zellen dienen.“

Der Artikel des Teams mit dem Titel „Circulating Cells Contribute to Cardiomyocyte Regeneration After Injury“ (Zirkulierende Zellen tragen nach Beschädigung zur Herzmuskel-Regenerierung bei) erschien in der Ausgabe vom 13. Februar der angesehenen Zeitschrift Circulation Research (Zirkulationsforschung).

Laut Hsieh führt ischämischer Reperfusionsschaden zu Herzversagen und ist weltweit eine bedeutende Todesursache. Das Krankheitsbild wird überwiegend von Verschluss der Herzkranzarterie ausgelöst und hat einen Herzinfarkt zur Folge.

„Das Herz ist ein Organ mit sehr begrenzter Heilungsfähigkeit“, dozierte Hsieh. „Ein besseres Verständnis davon, wie zirkulierende Stammzellen reguliert werden, um neue Herzzellen hervorzubringen, würde sicherlich dabei helfen, Therapien in dem Bereich zu entwickeln. Im weiteren Verlauf ist unser nächstes Ziel, die Forschungserkenntnisse zu klinischen Anwendungen zu entwickeln wie neue Behandlungen für Herzkrankheiten.“


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